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Donnerstag 9. 11. 2023 19.30 Uhr: Gedenkfeier zum 9. 11. 1938 mit Vortrag: "Antisemitismus ..."

Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 - Vortrag „Nachdenken über Antisemitismus“

von Prof. em. Dr. Michaela-Fanny Reisin, Berlin


Vortrag „Nachdenken über Antisemitismus

in Gedenken an die Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938

Ausgehend von den Erinnerungen ihres Vaters an jene Nacht und die Zeit bis zu seiner Emigration, beleuchtet Prof. Reisin einige Aspekte der seinerzeit gesellschaftlich und politisch vorherrschenden, speziell gegen Juden gerichteten Einstellungen und Ausgrenzungen. Vor dem Hintergrund des Holocaust nach 1945 international vor allem politisch geächtet, erweist sich der Antisemitismus als zäh und beständig. Ein Blick auf Deutschland und andere EU-Staaten genügt: Antisemitismus wird allerorts - auch von offizieller Seite! - nach wie vor als virulentes Problem beklagt. Bei näherem Besehen unterscheidet sich jedoch das gegenwärtige Problemfeld von denen früherer Zeit. Der etwa in den beiden Jahrzehnten vor oder auch in den ersten beiden Jahrzehnten nach 1945 vorherrschenden "Antisemitismus" ist, wie etliche andere sozialpolitische Einstellungen auch, dem gesellschaftlichem Wandel unterworfen. Ein nur rückwärts gewandter Blick in die Zeit des faschistischen NS-Regimes trägt daher zum Verständnis des aktuellen Antisemitismus nicht weit. Vor diesem Hintergrund werden einige jüngere Definitionen von Antisemitismus vorgestellt, die dem "Wandel der Zeit" Rechnung tragen wollen und zur Beurteilung gesellschaftspolitischer Erscheinungen als antisemitisch wesentlich herangezogen werden.

Ob das gewandelte Verständnis besser trägt und vor allem ob es weiterführt, um Feindseligkeiten gegen Juden wirksam entgegenzutreten, wird in der anschließenden Aussprache gemeinsam zu erörtern sein. Auch der im Zug des Gaza-Krieges weltweit massiv aufgeflammte Antisemitismus wird Gegenstand des Vortrags und der anschließenden Diskussion sein.


Zur Biografie von Prof. em. Dr. Fanny-Michaela Reisin, Berlin

Prof. Reisin, Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte für 12 Jahre bis März 2016, wurde 1946 in Jerusalem geboren. Ihre Eltern flohen aus Wien und Berlin nach Palästina. Ihre Großeltern wurden deportiert und ermordet. Eine Konsequenz aus der Geschichte ihrer Familie ist ihr entschiedenes Nein zu jeder Abwertung von Menschen und ihr Engagement für die Verwirklichung der Menschenrechte hierzulande und weltweit. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen spannt sie den Bogen von der Reichspogromnacht 1938 bis zur Gegenwart.

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